Jetzt muß man einfach in der Sonne sitzen und über die blühenden Apfelbäume, die leuchtend weißen Berge in der Ferne sehen. Als wir ein altes Pärchen am Rande unseres Weges sitzen sahen, taten wir es ihnen gleich.

 


Der Tag war so klar und sonnig, wie kaum ein anderer. Nicht die kleinste Wolke war zu sehen. Selbst über den Gletscherzungen leuchtete es in kräftigen Farben.


Noch nie war eine blühende Obstplantage uns so wundervoll erschienen, als dieser Frühlingshang. Man konnte die Natur so richtig fühlen, riechen und
schmecken. Jetzt konnte man wirklich ein wenig verstehen, was den Norweger so stolz auf seine Heimat macht.



Am nächsten Tag wollten wir uns in die Gletscherwelt wagen. Vor unserer Haustür so zu sagen befindet sich, am einfachsten zugänglich der Kjenndalsbreen.
Natürlich sollte es nicht zu anstrengend werden, deshalb fuhren wir mit dem Auto erstmal los.

Kurz entschlossen wir uns, ins Sommerskyzentrum Stryn zu fahren.


Nach 206 Tageskilometern erreichten wir unser Häuschen endlich wieder. Der ruhige Vorabend konnte beginnen, mit Sichten der eroberten Prospekte, Nickerchen machen oder Erkunden der Umgebung.

Ich genoß den Ausblick aus
dem Fenster, Beine hochlegend und Käffchen trinkend, norwegisch gegen 18 Uhr.

Die Schlauchboote lagen natürlich jederzeit fahrbereit vor der Hütte.

Boot fahren auf dem tiefen Lovatnet war gigantisch. Zumal ein kleiner Nervenkitzel immer dabei ist, weil ja keiner in dieses eiskalte Wasser fallen möchte.

Die schroffen Berghänge erscheinen, von der Wasserperspektive aus, richtig unheimlich.



Am vierten Tag ging es früh über Kongsvinger zum Viksjön zurück. Die Schauer wurden immer heftiger. Mutig entschlossen, dem Wetter zu trotzen, nahmen wir Kurs
auf unseren schönen Übernachtungsplatz.


Nach Sonne kam heftiger Regen, sogar mit kräftigem Wind. Ganz anders lag der See vor uns, beschwerlich wurde jeder Handgriff für das Bereiten des Nachtlagers. Ein Feuer zu machen schien schier aussichtslos. Irgendwie gelang es uns dann doch, etwas warmes zu uns zu nehmen.

Etwa um zwei Uhr Nachts geschah dasUnfaßbare, der Sturm riß das Zelt los.

Der Sturm konnte uns gewiß mit der ganzen Champingausrüstung von der kleinen Klippe wehen. Irgendwie schafften wir es dann doch, gemeinsam alle Utensilien gut in das Auto zu bekommen. Sichtlich erleichtert setzten wir die Rückfahrt fort.

***

Ja, auch das gehört zu einem skandinavischen Frühling. In dieser Nacht hatten wir eine ganz andere Natur erlebt. Wir dürfen nicht vergessen, daß wir uns nach ihr richten müssen und die Natur sich niemals nach uns richtet !

Bis zur E 6 fühlten wir uns noch dem Wetter ausgeliefert. Jeden Moment konnte ein umgestürtzter Baum unseren sicheren Weg versperren. Zweige und Äste wirbelten nur so um unser Auto. Mit dem Erreichen der großen Europastraße legte sich die Aufregung, Erleichterung und Schläfrigkeit stellte sich ein.


Kurz vor Göteborg legten wir die bequemen Sachen ab und schlüpften in die Städtebekleidung. Schnell entschloßen wir uns, noch etwas besonderes zu machen und die schlafende, oder besser gesagt, die erwachene Großstadt gegen 4.00 Uhr anzusehen.


Die ansprechende moderne Kunst fand unsere Anerkennung. Weiter streiften wir bis zum Hafen, schnell links und rechts einen Blick in die Schaufenster und hoch die Gässchen werfend. Uns fazinierte der Großsegler ebendso wie die Kanäle zwischen den Häusern. Nun aber flugs zurück, denn die ersten Großstädter waren schon auf den Beinen.


Ein weiter Weg lag noch vor uns. Das Frühstücksbüffet erweckte die
Lebensgeister, diese Pause sollte sich niemand entgehen lassen. Gegen sechs Uhr öffneten die Raststätten, da waren wir schon ettliche Stunden wach.


Über die Öresundbrücke bis Gedser war es jetzt nur noch ein schneller Ritt.

Im Auto schlummerten wir so vor uns hin und auf der Fährfahrt von Gedser nach Rostock verabschiedete sich Skandinavien mit dem typischen Sturm und Regen, der uns schon lange begleitet hatte.


Schnell merkten wir bei der Ankunft, daß der bunte Sommer Einzug gehalten hatte.

Wir haben noch nie so intensiv den Lenz erlebt, wie auf dieser beeindruckenden Tour.

 

Größer ??
Obstbaumplantage am Nordfjord
größer??
Der Kjenndalsbreen
Stryn Sommerskisenter an einer Schneewand
größer ??
Die große Front des Gletschers
Größer ??
Boote oben rauf und los ging es...
Gigantische Spiegelung
Regen am Viksjön